Eine neue wissenschaftliche Auswertung gibt vielen Krebspatient:innen und ihren Angehörigen Anlass zur Zuversicht: Körperliche Aktivität nach der Diagnose könnte dazu beitragen, die Überlebenschancen zu verbessern. Untersucht wurden Menschen mit Blasen-, Gebärmutter-, Nieren-, Lungen-, Mundhöhlen-, Eierstock- und Enddarmkrebs aus sechs großen Langzeitstudien. Insgesamt flossen die Daten von mehr als 17.000 Erkrankten in die Analyse ein.
Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang bei Blasen-, Gebärmutter-, Lungen- und Eierstockkrebs. Schon ein geringes Maß an moderater bis intensiver Bewegung nach der Diagnose war mit einem niedrigeren Risiko verbunden, an Krebs zu sterben. Bei Mundhöhlen- und Enddarmkrebs waren vor allem höhere Bewegungsmengen mit günstigeren Ergebnissen verbunden. Die Forschenden beobachteten damit Hinweise darauf, dass nicht nur Sport im engeren Sinn, sondern auch regelmäßige Alltagsbewegung einen Unterschied machen kann.
Bewegung auch nach der Diagnose sinnvoll
Ermutigend ist außerdem: Der mögliche Nutzen zeigte sich nicht nur bei Patient:innen, die bereits vor der Diagnose aktiv waren. Auch Menschen, die erst nach ihrer Krebsdiagnose mit Bewegung begannen, hatten bei Lungen- und Enddarmkrebs ein geringeres Sterberisiko als inaktive Betroffene. Das ist eine wichtige Botschaft, denn sie zeigt: Es ist also nie zu spät, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten aktiv zu werden.
Die Studie ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Sie unterstreicht aber, wie wichtig Bewegung als Begleitmaßnahme in der Krebsbehandlung und in der Nachsorge sein kann. Gerade nach einer belastenden Therapie ist es sinnvoll, den Einstieg niedrigschwellig zu wählen und sich nicht unter Druck zu setzen. Schon kurze Spaziergänge, leichtes Radfahren oder sanfte Übungen können ein Anfang sein, sofern das Behandlungsteam zustimmt.
Alltag, Therapie und Nachsorge
Für Patient:innen ist wichtig, die eigene Belastbarkeit realistisch einzuschätzen. Eine Krebserkrankung, Operationen, Bestrahlungen oder medikamentöse Therapien können dazu führen, dass Kraft, Ausdauer und Erholung zeitweise eingeschränkt sind. Deshalb gilt: Bewegung ja, aber angepasst an die persönliche Situation. Wer unsicher ist, sollte mit Onkolog:in, Hausärzt:in oder Physiotherapeut:in besprechen, welche Form der Aktivität geeignet ist.
Auf DasKrebsportal.de finden Sie weitere hilfreiche Informationen zum Thema. Passend dazu empfehlen wir den Ratgeber Bewegung bei Krebs: Wirkung und Chancen sowie den Beitrag Psychoonkologie bei Krebs. Denn körperliche Aktivität kann nicht nur dem Körper guttun, sondern auch das seelische Befinden stärken.